| Antragsteller*in: | Landesvorstand GRÜNE JUGEND Hamburg (dort beschlossen am: 23.10.2026) |
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P1: Arbeitsprogramm 2027
Antragstext
Gemeinsam politisch wirksam werden
Wir wollen eine Stadt, in der junge Menschen selbstbestimmt leben können und ein
gutes Leben nicht vom Geldbeutel abhängt. Als eigenständige linke
Jugendorganisation verbinden wir politische Bildung mit konkreten Aktionen,
öffentlicher Einmischung und solidarischem Miteinander. Soziale Gerechtigkeit,
Klimagerechtigkeit, Antifaschismus und Demokratie sowie Queerfeminismus bilden
die Schwerpunkte unserer Arbeit.
Im kommenden Verbandsjahr wollen wir mehr junge Menschen dauerhaft für
politisches Engagement gewinnen und unseren Verband weiterentwickeln. Gegenüber
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vertreten wir unsere Positionen eigenständig und
selbstbewusst. Wir suchen den Austausch mit Verbündeten in der Partei und mit
Abgeordneten sowie mit Initiativen vor Ort. Die konkrete Ausgestaltung unserer
Vorhaben liegt beim Landesvorstand, den Teams und den Kreisverbänden im
Austausch mit den Mitgliedern.
Kampagnen, Aktionen und Bündnisarbeit
Kampagnen und Aktionen bieten uns die Gelegenheit, auf die Straße zu gehen und
mit den Menschen unserer Stadt ins Gespräch zu kommen. So können wir lokale
Probleme und Bedürfnisse besser verstehen und unsere politische Praxis gezielt
weiterentwickeln. Wir wollen Formate schaffen, die insbesondere junge Menschen
zur aktiven Beteiligung ermutigen.
In unserer Bündnisarbeit arbeiten wir strategisch mit Organisationen und
Initiativen zusammen, die unsere politischen Ziele teilen. Dazu gehören
insbesondere gewerkschaftliche, soziale, ökologische, queerfeministische,
antirassistische und antifaschistische Zusammenhänge. Unsere politischen
Schwerpunkte verbinden wir so mit konkreten Konflikten und Möglichkeiten,
gemeinsam Veränderungen zu erreichen.
Wir wollen uns am feministischen Kampftag am 8. März, am Tag der Sichtbarkeit
von trans* Personen am 31. März, am 1. Mai, am Christopher Street Day und am Tag
gegen geschlechtsspezifische Gewalt am 25. November beteiligen. Welche Aktionen
wir selbst organisieren und welche wir mit Bündnissen unterstützen, stimmen wir
mit Blick auf unsere Ziele und Kapazitäten ab.
Wir wollen die GRÜNE JUGEND Schleswig-Holstein im Wahlkampf unterstützen. Der
Landesvorstand stimmt mit dem Nachbarverband ab, welche Unterstützung gebraucht
wird und welche gemeinsamen Einsätze wir ermöglichen können. Umfang, Fahrtkosten
und weitere Ausgaben berücksichtigen wir in unserer Jahres- und Finanzplanung.
Nach größeren Vorhaben werten wir gemeinsam aus, wen wir erreicht haben, welche
politischen Impulse wir setzen konnten und was wir für die weitere Arbeit
lernen.
Mitgliederaktivierung und Nachwuchsförderung
Ein Verband, der politisch etwas verändern will, braucht Mitglieder, die sich
einbringen, eigene Ideen entwickeln und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wir
wollen wachsen und mehr junge Menschen dauerhaft für politisches Engagement
gewinnen. Aus einem ersten Besuch soll langfristige Beteiligung entstehen. Unser
Verband soll ein Ort sein, an dem Menschen Anschluss finden, Solidarität
erfahren und politisch wirksam werden.
Dafür heißen wir neue und interessierte Menschen persönlich willkommen. Wer
erstmals zu einem Treffen kommt, soll wissen, an wen er*sie sich wenden und wie
es weitergehen kann. Nach dem ersten Besuch wollen wir, sofern gewünscht,
persönlich Kontakt halten und zu weiteren Treffen und konkreten
Beteiligungsmöglichkeiten einladen. Der Landesvorstand entwickelt dafür zu
Beginn des Verbandsjahres ein verlässliches Vorgehen. Wir setzen auf direkte
Ansprache, die an den Interessen der Menschen anknüpft.
Einen Schwerpunkt legen wir darauf, unseren Mitgliedern Wege in die Partei
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu öffnen. Wir wollen dort gemeinsam Präsenz zeigen und
unsere Positionen vertreten. Im Verbandsjahr organisieren wir mehrfach
gemeinsame Besuche von Parteiveranstaltungen, kündigen diese als
Mitmachmöglichkeiten an und erleichtern insbesondere Mitgliedern ohne
Parteierfahrung die Teilnahme.
Wir unterstützen Mitglieder dabei, politische Anliegen in Anträge zu übersetzen,
diese einzubringen und für Mehrheiten zu werben. Dafür schaffen wir mindestens
ein praktisches Angebot zur Antragsarbeit, etwa einen Workshop oder die
gemeinsame Erarbeitung eines Antrags. Wer Verantwortung in der Partei übernehmen
möchte, soll Vorbereitung und Begleitung erhalten.
Auch innerhalb der GRÜNEN JUGEND sollen Mitglieder eigene Aktionen und Projekte
anstoßen können. In bestehenden Treffen schaffen wir wiederkehrend Raum für
Ideen, Mitstreiter*innen und gemeinsame Vorhaben. Daraus können Projektgruppen
entstehen, die der Landesvorstand begleitet. Wir machen deutlich, welche
Unterstützung zur Verfügung steht.
Neuen- und Interessiertentreffen bieten wir weiterhin regelmäßig an und kündigen
sie frühzeitig an. Teams und Projektgruppen machen ihre Aufgaben, den ungefähren
Zeitbedarf und Ansprechpersonen für den Einstieg sichtbar. Zum Jahresende prüfen
wir anhand von Mitgliederentwicklung, Beteiligung und Rückmeldungen, welche
Angebote angenommen werden, ob neue Menschen wiederkommen und wo
Beteiligungshürden bestehen.
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Unsere politische Arbeit braucht Öffentlichkeit. Wir wollen mit unseren
Positionen sichtbar sein, eigene Debatten anstoßen und junge Menschen dafür
gewinnen, mit uns aktiv zu werden. Deshalb setzen wir einen Schwerpunkt auf
Social Media und Pressearbeit. Wir wollen häufiger selbst Themen setzen und
zeigen, wofür wir streiten und wie wir gemeinsam handeln.
Auf Social Media wollen wir stärker Gesicht zeigen. Unsere Sprecher*innen sowie
weitere Mitglieder des Landesvorstands und des Redaktionsteams sollen als
politische Stimmen und ansprechbare Menschen erkennbar werden. Wiederkehrende
Formate sollen Entwicklungen verständlich einordnen, Forderungen erklären und
Einblicke in unsere Praxis geben. Videoformate erhalten einen größeren
Stellenwert; dazu möchten wir Workshops zu Storytelling und Videoschnitt
anbieten.
Auch Memes und politische Satire wollen wir stärker nutzen. Sie bieten die
Möglichkeit, politische Widersprüche aufzuzeigen, Kritik verständlich
zuzuspitzen und Aufmerksamkeit für unsere Positionen zu schaffen. Wir setzen sie
im Einklang mit unseren politischen Zielen und Werten ein.
Im ersten Halbjahr entwickelt das Redaktionsteam einen umsetzbaren
Redaktionsplan. Es entscheidet im Austausch mit dem Landesvorstand selbst über
Formate, Veröffentlichungsrhythmus und Arbeitsweise. Bis zum Ende des ersten
Halbjahres sollen mindestens zwei regelmäßige Formate erprobt sein. Auf
Grundlage der Erfahrungen entscheiden wir über ihre Fortführung und
Weiterentwicklung.
Auch unsere Pressearbeit wollen wir aktiver gestalten. Zu Beginn des
Verbandsjahres entwickeln wir eigene Themenschwerpunkte. Bei größeren Vorhaben
planen wir Pressearbeit von Anfang an mit. Mindestens einmal pro Quartal setzen
wir einen eigenen Presseimpuls, etwa durch eine Forderung oder Aktion. Dafür
pflegen und erweitern wir unsere Kontakte in die Hamburger Presselandschaft.
Unsere Sprecher*innen treten als erkennbare Ansprechpartner*innen auf.
Social Media und Pressearbeit denken wir gemeinsam. Inhalte sollen auf
unterschiedlichen Kanälen nutzbar sein und politische Positionierung,
Bildungsarbeit und Mitmachmöglichkeiten verbinden. Wir konzentrieren uns auf
Formate, die wir ehrenamtlich verlässlich tragen können. Nach dem ersten
Halbjahr wertet der Landesvorstand Regelmäßigkeit, Reichweite, Interaktionen,
Presseresonanz und Interesse an unserer Arbeit aus und passt die Planung
entsprechend an.
Bildungsarbeit
Bildungsarbeit gehört weiterhin zu unseren wichtigsten Aufgaben. Wir wollen
gesellschaftliche Entwicklungen und die Ursachen aktueller Probleme und Krisen
verständlich machen. Unsere offenen Räume sollen Menschen ohne Vorkenntnisse
einbeziehen und erfahrenen Mitgliedern vertiefende Inhalte und methodische
Workshops bieten.
Die Aktiventreffen bleiben ein zentraler Ort der Bildung und des Austauschs. Wir
wollen sie weiterhin im Zweiwochenrhythmus und in Themenschwerpunkten anbieten.
Das Bildungsteam plant gemeinsam mit dem Landesvorstand und greift Interessen
der Mitglieder auf. Fachliche Inputs, professionelle Workshops, Kinoabende und
Besuche in Hamburger Kultureinrichtungen verbinden unterschiedliche Zugänge und
kulturelle Teilhabe.
Die über das Jahr verteilte Bildungsakademie soll politische Grundlagen und
praktische Fähigkeiten wie Moderation, Argumentation sowie Veranstaltungs- und
Aktionsplanung vermitteln. Das Bildungsteam gestaltet sie nach den Bedarfen der
Mitglieder; einzelne Angebote bleiben unabhängig von der gesamten Reihe
zugänglich.
RealTalk führen wir mit mindestens vier Veranstaltungen fort. Kurze Inputs,
moderierte Diskussionsrunden und individuelle Abschlussstatements ermöglichen
politische Meinungsbildung. Quotierte Redelisten, Redezeitbegrenzungen und ein
Awarenessteam unterstützen respektvolle Beteiligung. Frühzeitige Ankündigungen,
gezielte Ansprache und spannende, auch prominente Gäste sollen mehr Menschen
erreichen.
Wir wollen ein Bildungswochenende oder Sommercamp anbieten und dafür die
Zusammenarbeit mit anderen Landesverbänden prüfen. Die Angebote zur
Antragsarbeit, zu Storytelling und Videoschnitt sowie die Awareness-Schulungen
stimmen die zuständigen Teams mit dem Landesvorstand ab. Bildungsteam und
Landesvorstand unterstützen die Kreisverbände bei Grundlagenworkshops und
themenspezifischer Bildung. Wir planen Honorare für externe Referierende ein und
nutzen Rückmeldungen für die weitere Planung.
Kreisverbände und Vernetzung
Die Kreisverbände sind Orte, um die GRÜNE JUGEND kennenzulernen,
niedrigschwellig Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Aktionen vor Ort
umzusetzen. Sie stehen an unterschiedlichen Punkten ihrer Entwicklung. Weitere
Kreisverbände zu gründen sowie bestehende zu unterstützen und zu
professionalisieren, bleibt eine wichtige Aufgabe des Landesvorstands.
Jeder Kreisverband hat weiterhin mindestens eine Ansprechperson im
Landesvorstand. Kreisverantwortliche sind als Bindeglied zum Kreisverband der
Grünen unerlässlich; wir unterstützen sie auch bei Kandidaturen für grüne Ämter.
An „Herz Verstand Kreisverband“ knüpfen wir mit einem weiteren
Kreisverbandsprogramm an.
Die Kreisverbände wählen und gestalten ihre politischen Projekte weitgehend
eigenständig. Der Landesverband stellt gemäß der Satzung finanzielle Mittel
bereit und unterstützt Bildungsarbeit sowie die Umsetzung der
Geschlechterstrategie, der Inklusionsstrategie und der antirassistischen
Verbandsstrategie.
Der Landesvorstand führt die begonnene Vernetzungsarbeit fort und unterstützt
spezifische Treffen entlang der Bedürfnisse der Gruppen. Dazu gehören Angebote
für FLINTA*s, migrantisierte Mitglieder, U20-Mitglieder sowie Mitglieder mit
Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Geschützte Räume ermöglichen
Austausch und stärken die Übernahme von Verantwortung.
Awareness und Antidiskriminierung
Wir wollen ein Verband sein, in dem sich alle Menschen sicher fühlen und
gleichberechtigt einbringen können. Unser Einsatz gegen Diskriminierung gilt
auch nach innen. Awareness ist kollektive Verantwortung: Betroffenen glauben wir
und stellen ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Die Gesamtverantwortung liegt
beim Landesvorstand.
Der Landesvorstand erarbeitet mit Teams, Kreisvorständen und
Kreisverantwortlichen ein verbindliches Awareness-Konzept für alle
Veranstaltungen, auch Demonstrationen und Aktionen. Es regelt Vorbeugung,
Ansprechbarkeit und die Arbeit der Awareness-Personen. Veranstaltende wenden es
an; der Landesvorstand unterstützt die Umsetzung auf allen Ebenen.
Feste Ansprechpersonen im Landesvorstand und der Hinweis auf die unabhängige
Ombudsstelle der Grünen sichern Ansprechbarkeit auch außerhalb von
Veranstaltungen. Wir entwickeln transparente Abläufe für Meldungen und prüfen
eine zusätzliche eigene, niedrigschwellige Anlaufstelle.
Bildungsteam, Geschlechterstrategieteam und Landesvorstand organisieren
regelmäßige Awareness-Schulungen, insbesondere für Kreisverantwortliche, Teams
und Landesvorstand. Grundlagenbildung vermittelt diskriminierende Muster und
Möglichkeiten, sie aufzubrechen. Bei Neuen- und Interessiertentreffen machen wir
auf diese Arbeit aufmerksam.
Veranstaltende sorgen für barrierearme Orte, frühzeitige Informationen zur
Zugänglichkeit sowie Rückzugs- und Ruheräume. Das Redaktionsteam achtet auf
verständliche Sprache und Bildbeschreibungen. Bedarfe fragen wir aktiv ab;
Möglichkeiten und Grenzen kommunizieren wir transparent.
Wir setzen das Diversitätsstatut um und arbeiten an Geschlechtergerechtigkeit,
Antirassismus und Inklusion. Landesvorstand und Geschlechterstrategieteam
reflektieren Machtverhältnisse und Ausschlüsse, holen etwa durch anonyme
Rückmeldungen oder eine Mitgliederumfrage Feedback ein und leiten Maßnahmen ab.
Ressourcen, Umsetzung und Auswertung
Wir setzen auf eine stabile Finanzplanung und bleiben mit dem grünen
Landesverband und den Kreisverbänden über Preissteigerungen und notwendige
Mittel im Austausch. RPJ-Mittel wollen wir vollständig ausschöpfen, insbesondere
für Honorare und größere Bildungsprojekte. Für ein geschlechtergerechteres
Budget erheben wir zusätzliche Daten und werten sie bis zur nächsten LMV aus.
Im Haushalt berücksichtigen wir Kreisverbandsarbeit, Wahlkampfunterstützung in
Schleswig-Holstein, Awareness-Schulungen, externe Beratung, Material und den
Abbau von Barrieren. Niemand soll ausgeschlossen sein, weil Geld fehlt.
Unterstützung vereinbaren wir im Einzelfall mit den Betroffenen; zuständig ist
der Landesvorstand.
Zu Beginn des Verbandsjahres führt der Landesvorstand mit Teams und
Kreisverbänden die Vorhaben in einer Jahresplanung zusammen, stimmt sie mit dem
Haushalt ab und macht Zuständigkeiten und Ansprechpersonen zugänglich. Die Teams
gestalten ihre Aufgabenbereiche eigenständig, die Kreisverbände ihre Arbeit vor
Ort. Politische Prioritäten und verfügbare ehrenamtliche Kapazitäten werden
gemeinsam abgewogen.
Nach dem ersten Halbjahr ziehen wir eine Zwischenbilanz und machen notwendige
Anpassungen nachvollziehbar. Zum Jahresende berichtet der Landesvorstand über
erreichte Ziele, offene Vorhaben und Erfahrungen. Die Auswertung fließt in den
Rechenschaftsbericht und eine nachvollziehbare Übergabe an den nächsten
Landesvorstand ein.
