Erfolgt mündlich.
| Antrag: | Jüdisches Leben in unserem Verband stärken und schützen |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Eddie Arriaga Flores (LV Grüne Jugend Hamburg) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 24.02.2026, 12:56 |
| Antrag: | Jüdisches Leben in unserem Verband stärken und schützen |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Eddie Arriaga Flores (LV Grüne Jugend Hamburg) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 24.02.2026, 12:56 |
Die Frage, was als antisemitisch gilt, wird gegenwärtig sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wissenschaft immer wieder debattiert. Obwohl die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Schlüsselbegriffen üblicherweise auf präzise und sorgfältig ausgearbeitete Definitionen zielt, dominieren im Bereich des Antisemitismus zwei Definitionen, eine Diskussion, die stark politisiert ist. Dabei besteht die Gefahr, dass ohne klare und differenzierte Kriterien entweder Antisemitismus nicht erkannt oder legitime Kritik fälschlicherweise als antisemitisch eingestuft wird.
Die beiden Definitione, die debattiert werden, sind die IHRA Definition (International Holocaust Remembrance Alliance) und die JDA Definition (Jerusalem Declaration of Antisemitism). Sie lauten wie folgt:
JDA: “Antisemitismus ist Diskriminierung, Vorurteil, Feindseligkeit oder Gewalt gegen Jüdinnen und Juden als Jüdinnen und Juden (oder jüdische Einrichtungen als jüdische).”
IHRA: “Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.”
Beide werden jeweils durch Beispiele ergänzt.
Die Jerusalemer Declaration of Antisemitism ist weitgehend in der akademischen Welt anerkannt. Über 200 WissenschaftlerInnen haben sie unterzeichnet und die Definition wird durch Peer Review weiterentwickelt. Sie trennt klar zwischen Antisemitismus und Kritik an Israel. Sie ist wissenschaftlich genau. Viele liberalere jüdische Institutionen in Israel und weltweit erkennen sie an und nutzen sie für ihre Arbeit.
Die Definition der International Holocaust Remembrance Alliance ist von vielen Staaten inklusive Israel anerkannt und von konservativeren jüdischen Organisationen präferiert. Sie wird nicht konstant peer-reviewed. Sie ist in scharfe Kritik geraten, da sie nicht zwischen Antisemitismus und Kritik an Israel und dem Zionismus unterscheidet. Einige israelische Menschenrechtsorganisationen, unter anderem B’Tselem, sehen eine starke Instrumentalisierung der IHRA Definition durch die israelische Regierung, um Kritik an ihrer Politik gegenüber Palästina und den Palästinenser*innen als antisemitisch darzustellen. [1]
Die GRÜNE JUGEND Hamburg nimmt sich die JDA als Grundlage unserer Arbeit. Wir legen Wert darauf, dass in unserem Verband gegen Antisemitismus vorgegangen wird und Jüdinnen*Juden sich sicher und wohl fühlen können. Dazu braucht es eine klare, wissenschaftlich basierte Antisemitismusdefinition, die wir in der JDA gefunden haben.
Erfolgt mündlich.