| Antragsteller*in: | Carro Göbel |
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W17: Carro Göbel
Vorstellung
Wer 2026 feministische Politik macht, kämpft gegen einiges: gegen rechte Kräfte, gegen J.K. Rowling und andere TERFs, gegen Widerstände in Teilen der politischen Linken und bei den Grünen und nicht zuletzt gegen die Trägheit unserer eigenen Strukturen.
Rechte Kräfte sprechen vom „Schutz der Familie“ und meinen Kontrolle über Körper und den Erhalt der Heteronormativität. TERFs reden von „Frauenrechten“ und sprechen dabei bewusst trans Frauen ab, Frauen zu sein. In Teilen der Linken scheitert es an der Intersektionalität. Und bei den Grünen erleben wir, dass feministische Politik oft nur Frauen mitdenkt und übersieht, dass das Patriarchat auch trans*, inter*, nichtbinäre und agender Personen angreift.
Das Patriarchat als stetiger Begleiter in unserem Leben
Das Patriarchat wirkt in fast allen Lebensbereichen, und FLINTA*s sind davon auf unterschiedliche Weisen und Ebenen betroffen:
Schutz vor patriarchaler Gewalt steht nicht allen FLINTA* gleichermaßen offen.
FLINTA*s verdienen mit ihrer Lohnarbeit weniger (Gender Pay Gap), leisten gleichzeitig den größten Teil der unbezahlten Sorgearbeit und bekommen im Alter deutlich weniger Rente (Gender Pension Gap).
Körperliche Selbstbestimmung gibt es für FLINTAs oft nicht: Schwangerschaftsabbrüche stehen im Strafgesetzbuch, Endometriose ist untererforscht, und TINA-Personen erleben medizinisches Gatekeeping und Zwangsmaßnahmen.
Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt kommt in Lehrplänen und Schulbüchern kaum vor, und queere Schüler*innen erleben Mobbing ohne verlässliche Anlaufstellen.
FLINTA*s sind in Parlamenten, Vorständen und Gremien unterrepräsentiert, auch weil es weiterhin kein wirksames Paritätsgesetz gibt. Zudem erleben sie in der Politik mehr Anfeindung, Bedrohung und digitale Gewalt, weshalb sich viele aus Ämtern zurückziehen.
Diese Liste hat noch unendlich viele weitere Punkte. Ich möchte mit euch zusammen dafür kämpfen, dass sie kürzer wird.
Was ich vorhabe
Wir fordern all das von der Partei, vom Senat und von der Bundesregierung, doch müssen auch viel an unserer feministischen Verbandspraxis arbeiten. Das sind meine Ideen für das kommene Jahr:
FLINTA*-Förderung ausbauen und fest verankern: Ich möchte mit dem Geschlechterstrategieteam zwei Förderwochenenden einführen, eins zu Beginn und eins gegen Ende des Verbandsjahres, dazu drei Fördertage dazwischen. So wird Förderung zu einem festen Empowerment-Programm.
FLINTA*-Vollversammlung: Ich will eine Satzungsänderung vorantreiben, durch die eine FLINTA*-Vollversammlung entsteht, die für unseren Landesverband beschlussfähig ist. Sie soll ein Raum sein, in dem FLINTA*s geschützt und empowert werden, sich einbringen und auch entscheiden.
Bündnisarbeit neu aufbauen: Im letzten Jahr sind wir aus dem 8M-Bündnis ausgetreten, deshalb ist es nun an der Zeit, ein neues feministisches Bündnis aufzubauen. Das möchte ich aktiv mitgestalten, damit wir im nächsten Jahr wieder laut auf der Straße für die Rechte von FLINTA*s kämpfen.
Geschlechterstrategieteam weiter als Basisteam begleiten: Wir haben vor ein paar Monaten das Geschlechterstrategieteam mit Basismitgliedern besetzt. Ich möchte es weiter verfestigen und in eine gute Verbandspraxis überführen: mit gemeinsamen Aktiventreffen mit dem Bildungsteam, mit Anträgen und mit Projekten des Teams.
FLINTA*-Förderung in der Partei: Ich möchte das, was wir bei uns aufgebaut und etabliert haben, zu den GRÜNEN Hamburg tragen, damit es dort in Zukunft ebenfalls echte FLINTA*-Förderung gibt.
Doch wieso bin ich die richtige Person?
Ich war 2025 ein halbes Jahr politische Geschäftsführung und im letzten Verbandsjahr Landessprecher*in. Ich kenne unsere Strukturen, unsere Stärken und auch die Stellen, an denen es hakt. Ich habe in diesen Ämtern erlebt, wie viel Wirkung wir haben, wenn wir laut bleiben, aber auch, wie schnell feministische Themen nach hinten rutschen können. Genau hier möchte ich nun anpacken.
Nach dem Amt der Landessprecher*in ein anderes Amt anzustreben, kommt selten vor, auch weil es bedeutet, Macht abzugeben, und das fällt oft nicht leicht. Ich bin mir dessen bewusst, will den Übergang schnell und gut gestalten und freue mich ehrlich darauf, diese Verantwortung abzugeben. Das letzte Jahr war für mich nicht nur leicht: Wegen meiner chronischen Erkrankung musste ich mich immer wieder entscheiden, ob ich mein Amt gut ausübe oder mich okay um mich kümmere, denn das Amt ist intensiv und fordert viel. Diese Entscheidung will ich nicht länger immer wieder treffen, und ich bin froh, dass andere Menschen diese Aufgabe übernehmen möchten. Gleichzeitig will ich weiterkämpfen und vor allem in diesem Verband arbeiten. In diesem Amt sehe ich die Chance, meine Kräfte und Ressourcen gezielter für meine Herzensthemen einzusetzen und den Verband nach vorne zu bringen.
Ich habe Bock, Dinge anzupacken, laut und unbequem zu sein und diesen Landesverband nicht nur nach außen, sondern auch nach innen feministischer aufzustellen. Daher bitte ich euch um eure Unterstützung meiner Bewerbung und freue mich, wenn ihr mir euer Vertrauen aussprecht.
Bei Fragen oder falls ihr zu meiner Bewerbung nochmal schnacken wollt, meldet euch auf Signal oder Instagram gerne bei mir!
Ich bin eine FLINTA*-Person und bewerbe mich auf die Plätze für FLINTA*-Personen? (FLINTA* = Frau, L
Ja
