| Antragsteller*in: | Linus Sage |
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SÄA1: Streichung der Teams aus der Satzung
Antragstext
Der Paragraph 9a unserer Satzung und die Ordnung der Teams werden ersatzlos
gestrichen.
Begründung
Das einzige Team, das zur Zeit besteht und auf §9a der Satzung basiert, ist das Bildungsteam. Deswegen beziehe ich mich im Folgenden auf dieses Team.
Der Bewerbungs- und Auswahlprozess des Bildungsteams ist sehr intransparent und wird vom Landesvorstand gesteuert. Der Landesvorstand nimmt die Bewerbungen entgegen und macht einen Vorschlag für die Besetzung des Teams. Wenn der Landesvorstand andere Interessen verfolgt als der gesamte Verband, können Entscheidungen entstehen, die nicht die Interessen des gesamten Verbandes widerspiegeln. Die Bewerbungen auf die Plätze des Bildungsteams sind nicht öffentlich, dementsprechend findet keine Auseinandersetzung mit der inhaltlichen Arbeit des Bildungsteams statt. Letzteres bleibt dem Landesvorstand vorbehalten. Das beschlussfassende Aktiventreffen kann außerdem nicht einzelne Kandidat*Innen wählen, sondern kann nur dem Vorschlag des Landesvorstands zustimmen oder diesen ablehnen. Zudem gehören dem Bildungsteam immer Personen vom Landesvorstand an.
Wenn das Bildungsteam beispielsweise aus vier Personen besteht, wird die Bildungsarbeit von diesen vier Personen bestimmt. Andere Personen können zwar Vorschläge machen, diese können aber auch abgelehnt werden. Die Grüne Jugend Hamburg besteht aus viel mehr aktiven Personen als diesen vier.
Da die Menschen unterschiedlich sind, haben sie unterschiedliche Interessen. Deswegen werden auch diese vier Personen ihre eigenen Interessen verfolgen und nicht die aller Aktiven. Die vier Personen können auch gar nicht wissen, was der ganze Verband will, weil sie gar nicht die Interessen aller Aktiven kennen. Es werden also per se aktive Mitglieder von der Gestaltung der Bildungsarbeit ausgeschlossen. Es ist zu bedenken, dass viele Leute gar nicht im Bildungsteam mitmachen wollen oder können, etwa weil sie keine Zeit haben.
Da das Bildungsteam auf §9a basiert, bitte ich um Streichung des §9a.
Ich plädiere für eine offenere und demokratischere Struktur, in der jeder gleichermaßen mitmachen und mitbestimmen kann, der möchte.
Möglicher Einwand: Offene Strukturen bevorzugen cis Männer. Deswegen muss das Bildungsteam gewählt werden, damit die Plätze quotiert sind.
Dieser Einwand ergibt keinen Sinn. Wenn sich in offenen Strukturen mehr cis Männer teilnehmen, ist der Grund nicht die offene Struktur, sondern unterschiedliche Sozialisationen bzw. unterschiedliches Verhalten der Geschlechter. Es gibt viele offene Strukturen, in denen sichmehr FLINTA-Personen als cis Männer beteiligen. Die offene Struktur müsste so inklusiv gestaltet werden, dass sich auch FLINTA-Personen beteiligen.
Nach der Logik dieser Argumentation müssten wir alle offenen Strukturen in unserem Verband abschaffen. Das ergibt doch einfach keinen Sinn!!
Wenn es einen Zusammenhang zwischen formalen Strukturen und Geschlechtergerechtigkeit gibt, dann ist er umgekehrt: Je mehr Basisdemokratie, desto mehr Geschlechtergerechtigkeit. Weniger Basisdemokratie führt nicht zu mehr Geschlechtergerechtigkeit!
Das Patriarchat ist die Herrschaft der Männer. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Herrschaft und dem Patriarchat. Laut Ilse Lenz sind die einzigen wirklich geschlechtergerechten Gesellschaften anarchistische Gesellschaften, also staatenlose, herrschaftsfreie Gesellschaften.

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