| Antragsteller*in: | Landesvorstand GRÜNE JUGEND Hamburg (dort beschlossen am: 08.05.2026) |
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SÄA6: Diversitäts- und Inklusionsstatut
Antragstext
Das Vielfaltsstatut wird als gesamtes gestrichen und durch das folgende neue
Diversitäts- und Inklusionsstatut ersetzt:
Diversitäts- und Inklusionsstatut
§ 1 Grundsätze
Die GRÜNE JUGEND Hamburg sieht es als ihre Aufgabe, Diversität zu fördern
und als Jugendorganisation alle Menschen in ihrer Diversität zu vertreten.
Es ist das Ziel der Grünen Jugend Hamburg, dass keine Person diskriminiert
oder in ihrer politischen Arbeit, aufgrund ihrer Diversitätsmerkmale,
innerhalb des Verbandes behindert wird. Diversität wird dabei
intersektional gedacht, sodass Menschen unter Mehrfachdiskriminierungen
leiden können und dies vom Verband anerkannt wird. Diese
Diversitätsförderung steht nicht in Konkurrenz zu den bereits bestehenden
Strukturen für Frauen, Lesben, Inter, Nicht-binäre, Trans und Agender*-
Personen, sondern ergänzt diese.
Menschen erfahren Diskriminierung aufgrund von Merkmalen wie Rassismus,
ihrem Geschlecht, einer sichtbaren oder unsichtbaren Behinderung,
Neurodivergenz oder Erkrankung, antisemitischer oder antiziganistischer
Zuschreibungen, ihrer Religion und Weltanschauung, ihrem Lebensalter,
ihrer Sprache, ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen
Identität, ihrem Einkommen, ihrem sozialen oder Bildungsstatus, oder ihrer
Herkunft. Um jegliche Form struktureller Benachteiligung konsequent
anzuerkennen, versteht sich diese Aufzählung als dynamisch und ist
regelmäßig zu validieren sowie zu erweitern. Die Identifikation mit diesen
Kategorien erfolgt dabei ausschließlich durch die Selbstdefinition der
betroffenen Personen.
Es wurde eine Diversitäts- und Inklusionsstrategie entwickelt, die
Grundlage der Diversitäts- und Inklusionsarbeit der GRÜNEN JUGEND Hamburg
ist. Diese wird regelmäßig überprüft und überarbeitet. Die Verantwortung
obliegt dem Landesvorstand. Dieser oder ein durch ihn mit dieser Aufgabe
befasstes Gremium berichtet der Landesmitgliederversammlung regelmäßig
über den Stand der Umsetzung der Diversitäts- und Inklusionsstrategie
sowie über weitere Maßnahmen zur Diversitätsförderung. Diese wird
regelmäßig überprüft und überarbeitet.
§ 2 Förderung von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen
Für Menschen, die von (Mehrfach-)Diskriminierung betroffen sind, ist es häufig
schwierig, sich politisch zu engagieren oder eherenamtlich aktiv zu sein. Je
nach Diskriminierungsform sehen sich junge Menschen unterschiedlichen Hürden
ausgesetzt. Um diese Hürden zu verringern, fördert die GRÜNE JUGEND Hamburg
gezielt Personen, die von (Mehrfach-)diskriminierung betroffen sind.
Menschen machen, wie in §1 Absatz 2 beschrieben, oft
Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihrer Diversitätsmerkmale. Um mehr
junge Menschen innerhalb des Verbandes mit ähnlichen Diversitätsmerkmalen
zu vernetzen, bietet die GRÜNE JUGEND Hamburg Vernetzungsangebote an. Es
können jederzeit neue (Vernetzungs-)Gruppen gebildet werden.
Bei der Einladung von Referierenden wird darauf geachtet, dass Menschen
mit (Mehrfach-)Diskriminierungserfahrungen angemessen repräsentiert sind.
Diese Personen werden ausdrücklich auch zu Themen eingeladen, die über
ihre eigenen Diskriminierungserfahrungen hinausgehen. In unserer Arbeit
achten wir darauf, auch Nicht-Betroffene für verschiedene
Diskriminierungsformen zu sensibilisieren.
Die Förderung von Menschen, die von (Mehrfach-)Diskriminierung betroffen
sind, ist Aufgabe des gesamten Landesvorstandes. Daher soll der
Landesvorstand, auf Basis der Diversitätsstrategie im Arbeitsprogramm
Leitlinien für die weitere Verbandsöffnung setzen. Im Landesvorstand
werden klare Verantwortliche benannt, die die Verantwortung für die
Umsetzung dieser Leitlinien tragen. Neben der Vernetzung soll ein
deutlicher Fokus auf der methodischen und inhaltlichen Förderung von
Mitgliedern, die von (Mehrfach-)Diskriminierung betroffen sind, liegen.
Die GRÜNE JUGEND Hamburg achtet in ihrer Bildungs-, politischen und
Öffentlichkeitsarbeit darauf, dass die Inhalte diversitätssensibel sind
und dabei auch intersektionale Perspektiven betrachtet und aktiv
mitgedacht werden. Auch in der Bündnisarbeit setzt sich die GRÜNE JUGEND
Hamburg aktiv gegen Diskriminierung und für die Förderung von Diversität
ein.
In Einstellungsverfahren von Mitarbeiter*innen der GRÜNEN JUGEND Hamburg
ist sie verpflichtet, Menschen, die (Mehrfach-)Diskriminierungserfahrungen
machen oder in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt sind,
explizit zu einer Bewerbung zu befähigen.

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